Tipp:  Kommunikations-Tuning. Sie waren bestimmt schon einmal dabei. Als Zuschauer- oder -hörer oder sogar als Aktiver und auch Witze beginnen manchmal so:

Ein Deutscher und ein Amerikaner unterhalten sich: Der deutsche Gesprächspartner nickt (freundlich zustimmend) obwohl er englische Wörter und sogar komplette Sätze nicht verstanden hat. Dies suggeriert dem Gesprächspartner: Alles klar. Ich spreche weiter. Wir tun dabei genau das Gegenteil dessen, was wir signalisieren müssten: STOPP!

Wir müssen uns überwinden, überlegen und entscheiden: Schauspiel, also verständnisvoll abnicken oder Kommunikation, d.h. gezielt nachfragen. Wort- und Satznebel klären sich oft auf durch "Repeat it, please!" aber bitte direkt im Anschluss an den letzten unklaren Satz. Nachfragen hilft enorm, weil der Gesprächspartner sich aufgrund Ihrer Zwischenfragen und Stopps einstellt auf  Ihre Sprachebene, auf Ihre Sprachfähigkeiten.

Sie justieren ihn gewissermaßen, vergleichbar einem Radiosender, der sich, bevor wir ihn optimal  eingestellt haben, pfeifend und krächzend ankündigt, zuerst schlecht verständlich ist und dann plötzlich klar tönt. Verstehen wir einzelne Wörter nicht, bitten wir: "Explain ......, please!" und nennen dabei das nicht verstandene Wort. Jedes für uns unverständliche Wort kann von dem Muttersprachler durch ein einfacheres ersetzt oder umschrieben werden. Spricht ein Italiener dagegen Englisch mit Ihnen, werden Sie ihn von vornherein leichter verstehen, da auch er nur aus einem begrenzten Wortschatz auswählt.

Ihr Kommunikations-Vorteil wirkt mehrfach: Erstens, der Satz wird durch das fehlende Wort klar. Langfristig: Ihr Gesprächspartner lernt mit jeder Rückfrage mehr über Ihr Sprach-Wissen optimiert, ändert und vereinfacht unbewußt immer mehr das Gesprächsverhalten und die Wortwahl. Feineinstellung oder Feintuning pur. Folge: Das Gespäch wird für Sie leichter verständlich und -  prima Nebeneffekt - auch Ihre eigenen Aussagen werden entsprechend anders und vorsichtiger bewertet. Missverständnisse verringern sich, da auch der andere im Zweifelsfall lieber einmal mehr nachfragt als zu wenig - er kennt Sie jetzt schließlich besser - sprachlich gesehen.

Aussagen wie "I don´t understand" sind meist zu allgemein, speziell wenn Ihr Gegenüber schon 184 Sätze ohne Unterbrechung gesagt hat. Wann was unklar war und ist, können durchschnittlich Begabte nicht mehr nachvollziehen. Werden Sie konkret. Das bei Deutschen beliebte "Slowly please", mit flügelschlagähnlichen Armbewegungen gestikulierend untermalt, hilft meist auch nicht wirklich weiter, da Ihr Gesprächspartner nicht das wirkliche Problem erkennt: Verständnisproblem statt Tempoproblem. Viel Spaß beim Feintuning.

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